Aktuelles

Arbeitsstelle feierte Heinrich Rantzaus Geburtstag virtuell

von Gerald Henseler

In Form einer Videokonferenz feierte die Arbeitsstelle 500 Jahre Heinrich Rantzau den 495. Geburtstag Rantzaus. Foto: dreessen

Bad Segeberg (em). Geburtstage kann man auch gut per Videokonferenz feiern. Das stellte eine Runde von Gratulanten bei Heinrich Rantzaus 495. Geburtstag fest. Der Jubilar war aus verständlichen Gründen nur als Bild dabei, ansonsten aber traf sich eine hochkarätige Besetzung zu der  Veranstaltung, die auf www.heinrich-rantzau.de auch in den kommenden Tagen noch zu sehen sein wird.

Die Arbeitsstelle 500 Jahre Heinrich Rantzau konnte hochrangige Teilnehmer begrüßen, darunter Landtagspräsident Klaus Schlie, Bad Segebergs Bürgervorsteherin Monika Saggau, Konsul Bernd Jorkisch, Dr. Stefan Kronenberg von der Stiftung der Sparkasse Südholstein und Breido Graf zu Rantzau, der von der Breitenburg aus zugeschaltet war.

Für passende musikalische Begleitung sorgte Heiko Rahf, der auf einer Renaissance-Laute spielte, wie sie zu Rantzaus Zeiten auf der Siegesburg erklang, und dazu im Hintergrund ein Bild des damaligen Pop-Titans John Dowland einblendete.

Besonders waren die Teilnehmer der Runde – und die mittlerweile 190 Zuschauer auf Youtube – auf Arne Suttkus gespannt. Als Stipendiat von VHS und Arbeitsstelle 500 Jahre Heinrich Rantzau wird er in den kommenden drei Monaten eine Doktorarbeit schreiben, die darlegen soll, welche Einflüsse auf Heinrich Rantzau wirkten. Wie es mit seinen Lateinkünsten stehe, wollte Zuschauer Fitz Felgentreu, Mitglied des Bundestages und selbst Rantzau-Experte, wissen. „Ich habe das große Latinum“, berichtete Suttkus. Außerdem könne er plattdeutsch und dänisch, was beim Lesen alter Handschriften und Bücher hilfreich sei. Diese Handschriften wird er nicht nur in Archiven in Gottorf, Kopenhagen, Wien und London zu sehen bekommen. Auch im Archiv der Breitenburg sei er herzlich willkommen, lud Graf Rantzau ihn ein. „Wir werden mal nachschauen, was wir hier an interessanten Dingen haben“, sagte der heutige Hausherr des Familiensitzes von Heinrich Rantzau.

Auch der wirtschaftlichen Entwicklung, besonders im Hinblick auf die Beziehungen zu Dänemark, werde die weitere Beschäftigung mit Heinrich Rantzau gut tun, zeigte sich Konsul Bernd Jorkisch sicher. Er hatte als erster Spender für das Stipendium den Organisatoren Mut gemacht, dass das Projekt „Stipendium“ gelingen wird.

Auf den Stipendiaten komme jetzt viel Arbeit zu, sah Stephan Kronenberg kommen. Er konnte sich noch gut an das Verfassen seiner eigenen Doktorarbeit erinnern. „Das war nicht immer eine leichte Zeit.“

Ganz allein sei der Stipendiat ja nicht, beruhigte Prof. Dr. Oliver Auge von der Christian-Albrechts-Universität Kiel. Als „Coach“ werde er wie ein Fußballtrainer seinen Schützling immer wieder anspornen, aber auch hilfreich zur Seite stehen, wenn mal eine schwierige Phase durchzustehen ist.

„Das ist eine große Sache, die hier in Gang gekommen ist“, fand Landtagspräsident Klaus Schlie. „Ich finde, dass das universelle Wirken Heinrich Rantzaus in kultureller, historischer und politischer Hinsicht ein entscheidender Teil unserer Schleswig-Holsteinischen Regionalgeschichte ist.“

Monika Saggau zeigte sich zuversichtlich, dass die Aufmerksamkeit, die Heinrich Rantzau geschenkt wird, sich letztlich für die Region auszahle. „Die Geschichte ist für uns auch touristisch von Bedeutung. Und je mehr wir von unserer Vergangenheit wissen, umso besser können wir das für uns selbst und unsere Region einsetzen. Ich denke, das ist auch eine Bereicherung für die Stadt Bad Segeberg.“ Jorkisch stimmte zu. Mit Heinrich Rantzau erhalte Bad Segeberg ein weiteres Alleinstellungsmerkmal.

Trotz des Erfolges hoffen die Geburtstagsgäste eines: Dass der 496. Geburtstag am 11. März 2022 wieder vor Ort stattfinden kann. Diesmal dann im Kloster Nütschau, das Heinrich Rantzau einst als Gutshaus errichten ließ.

Diesen Beitrag teilen:

Zurück