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Anwohner ärgern sich über illegale Müllablagerungen

von Gerald Henseler

Das Verbotsschild „Stopp Müll abladen nicht gestattet“ ist verblichen. Trotzdem bleibt die Sperrmüllentsorgung verboten.

Bad Segeberg (ohe). Es gibt Grundstücke, die scheinen für illegale Müllablagerungen prädestiniert zu sein. Eines davon liegt in der Gorch-Fock-Straße in Bad Segeberg. „Seit mehr als sechs Wochen liegt Sperrmüll gegenüber dem Sozialkaufhaus“, ärgert sich Anwohnerin Petra Strenzke. Mehrmals hat sie bereits die Stadt Bad Segeberg sowie die Grundstücksverwaltung des Eigentümers angeschrieben. „Bisher ist nichts passiert“, schrieb Petra Strenzke noch Ende der vergangenen Woche.

Hartmut Gieske, dem Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Bad Segeberg, ist das Problem bekannt. „Die Fläche wird immer wieder für illegale Müllablagerungen genutzt“, sagt Gieske. Zuständig für die Müllentsorgung ist dann der Grundstückseigentümer. In einem Fall ist das die Familie Kraft. Mit deren Vertretung ist Gieske in ständigem Kontakt. Eine Mitarbeiterin der Grundstücksverwaltung, die namentlich nicht genannt werden möchte, erklärt: „Die Familie Kraft ist sehr verärgert. Wir werden stärker gegen die Verursacher vorgehen.“ Etwa einmal monatlich lassen die Grundstückseigentümer den Müll auf ihre Kosten entsorgen – was in Coronazeiten nicht  möglich ist.

Deshalb überlegen die Eigentümer, ihr Grundstück einzäunen zu lassen. Ein Zaun könnte illegale Müllentsorger fernhalten.

Die Altkleidercontainer stehen illegal auf dem Grundstück an der Gorch-Fock-Straße. Unter ihrem früheren Inhaber Hüseyin Akgül hatte die Firma Nord-Recycling Textil international Trading Akgül einen ordentlichen Pachtvertrag mit der Familie Kraft geschlossen. Seit April 2017 wechselten die Inhaber der Firma mehrfach. Aktuell besteht kein gültiger Pachtvertrag. Nord-Recycling Textil international Trading Akgül sammelt als Partner des Guttempler Ordens Altkleider. Horst Henningsen, Sachbearbeiter Finanzen beim Guttempler Landesverband Schleswig-Holstein, will sich dem Problem annehmen. Er ist im Gespräch mit dem aktuellen Inhaber von Textil international Trading Akgül, Muhammad Attar. Die aktuelle Situation auf dem Altkleidermarkt mache dem Unternehmen zu schaffen, erklärt Henningsen. Coronabedingt finden Altkleider derzeit kaum  Abnehmer. Schiffslieferungen in das Ausland kämen zurück. Der Guttempler Landesverband will sich nun darum kümmern, dass die Container aus der Gorch-Fock-Straße entfernt werden.

Dass sich neben Entsorgungscontainern wild abgelagerter Müll ansammelt, ist ein weit verbreitetes Phänomen. Werden die illegalen Müllentsorger erwischt, dann wird das für diese ein teurer Spaß. Ab und zu passiert das. Zum Beispiel dann, wenn noch eine adressierte Zeitschrift zwischen dem Müll liegt. Der Bußgeldkatalog des Landes Schleswig-Holstein sieht für die illegale Entsorgung von Sperrmüll Geldstrafen in Höhe von bis zu 1.500 Euro vor.

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