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Stadt Bad Segeberg will Sondernutzungssatzung ändern

Ästhetisches Straßenbild und barrierefreie Wege

Bei ihrer Werbung setzen immer mehr Geschäftsleute in Bad Segebergs Innenstadt auf Kundenstopper. Eine neue Sondernutzungssatzung könnte diese verbieten. Fotos: ohe

Bad Segeberg (ohe). Beachflags, Passantenstopper und Warenauslagen bestimmen heute das Bild in Bad Segebergs Fußgängerzone. Für viele Geschäftsleute sind diese Werbemittel heute wichtiger als Schaufenster. Denn die Fußgängerströme bewegen sich in Bad Segebergs Innenstadt nur noch selten entlang der Häuserfronten. Außenterrassen der Gastronomie lenken die Passanten in den mittleren Bereich der Straße.
Eine Satzung aus dem Jahr 1995 regelt in Bad Segeberg, was wo auf öffentlich gewidmeten Flächen erlaubt ist. Jetzt will die Stadtverwaltung die Sondernutzungen neu regeln. Die Stadtverwaltung setzt dabei auf die Mitwirkung der in der Innenstadt aktiven Geschäftsleute. In zwei Workshops haben Verwaltungsmitarbeiter und Geschäftsleute bereits ihre Vorschläge und Meinungen ausgetauscht.  Bei einem dritten und letzten Workshop am Donnerstag, 9. März, soll ab 19 Uhr eine satzungsrechtlich verbindliche Grundlage geschaffen werden.
Für Bauamtsleiterin Antje Langethal stehen dabei zwei Aspekte im Vordergrund: Barrierefreiheit und ästhetischer Anspruch. Passanten mit Rollator, Kinderwagen oder Rollstuhl fühlen sich durch Werbeaufsteller behindert. Nachbarstädte wie Plön, Eutin und Lübeck haben Kundenstopper in ihren Innenstädten bereits verboten. Auch Antje Langethal kann sich ein Verbot von Beachflags und Passantenstoppern in bestimmten Bereichen vorstellen. „Das ist ein hoch emotional diskutiertes Thema“, weiß Langethal.
Sitzmöglichkeiten vor den Lokalen steigern sicher die Attraktivität der Innenstadt. Auch die Grünzone in der Hamburger Straße oder die Bullerbü-Häuschen werden von den meisten Passanten als gestalterische Bereicherung empfunden. Den Anblick der Frühlingsblumen vor dem Floristik-Geschäft empfindet kaum ein Passant als störend. Stellen Drogeriediscounter allerdings Boxen mit Küchenpapier und Waschmittel vor die Tür, sieht das schon anders aus.
„Es ist sehr positiv, dass sich die Stadt mit dem Thema Barrierefreiheit befasst. Dabei hat sie meine volle Unterstützung“, sagt Marlis Stagat, die Vorsitzende des Unternehmervereins „Wir für Segeberg“ (WfS). Die Ästetik von Werbemitteln und Auslagen zu bewerten, widerstrebt Stagat allerdings. Ihr sind die Kriterien zu subjektiv. „Da müssten wir in fünf Jahren nacharbeiten“, vermutet sie. Von einem Verbot für Kundenstopper und Beachflags hält sie nichts. „Wir haben eine funktionierende Innenstadt“ sagt die WfS-Vorsitzende. Vielleicht liegt ihr Erfolgsgeheimnis gerade darin, dass die Geschäftswelt nicht so steril und homogen ist, stellt Stagat eine Hypothese auf. „Unser Ziel ist es, Besucher dazu zu bringen, dass sie länger in der Innenstadt verweilen“, sagt die Unternehmerin. Sie weiß auch schon, wie man das macht. „Wir müssen Dinge herausstellen, die Bad Segeberg einzigartig und besonders machen“, meint Marlis Stagat.

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